Thema: Maria

Samstag, 15.8.09. Heute ist Ferragosto, der freie Tag des Augustus für die römischen Sklaven, an dem die Katholiken Mariae Himmelfahrt begehen. In Italien, wo im Volksglauben die Trinität aus “Madonna, Bambino e Santo” besteht, also aus Maria, dem Christkind und dem heiligen Antonius, gönnt sich die Bevölkerung eine Auszeit, zumeist picknickend an den Stränden des Mittelmeers. Mariae Himmelfahrt verweist auf das Dogma von 1950, das Pius XII. selbst zur Bestürzung des Klerus verkündete, das Dogma von der leiblichen Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel, das C.G. Jung die größte Tat in der menschlichen Geistesgeschichte nannte. Im Licht des Paulus-Diktums im ersten Korintherbrief, “was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich”, ist damit nicht mehr gesagt, als daß das Paradies kein Schemen und Schattenreich sein wird, sondern daß wir im ewigen Leben dort Kopf und Hand und Fuß und Bauch haben werden wie hienieden. Das zweite Mariendogma aus dem 19. Jahrhundert, zeitgleich mit Darwins “Ursprung der Arten” wird oft mißverstanden als die Jungfrauengeburt Jesu durch die Empfängnis vom Heiligen Geist. Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, beruhend auf der Marienerscheinung am späteren Gnadenort Lourdes, besagt aber nur die Erbsündlosigkeit Mariens aus dem Stamm Levi, nicht Juda, wie die Zeugen Jehovas buchstabieren. Durch die Freiheit von der Sünde von der Urzeit der Schöpfung im Fall der Legionen Engel wurde Maria zum “perfekten Gefäߔ für die Aufnahme des Erlösers. Das Dogma aufgrund der Heilungswunder in Lourdes steht quer zur Evolutionsbiologie Darwins, mit der es ansonsten durchaus seine Richtigkeit hat, so daß nicht die Kreationisten die Schulbücher umzuschreiben brauchen. So haben die beiden Päpste mit ihren Dogmen ein Fenster in die uns umschließenden Gefängnismauern des Atheismus gemeißelt, durch das überirdisches Licht hineinscheint und die Seele frische Luft atmen kann. Sage noch einer, die katholische Kirche werde nicht von Heiligen Geist regiert!