Thema: Gerechter Krieg

Dienstag, 11.8.09. Ich nehme den Tod nicht ernst. Ich glaube an gerechte Kriege. Si vis pacem para bellum, war die Maxime der Pax Romana. Bis auf eine intensive atheistische Phase zwischen Abitur und dem Erleben von Herbert Wehner Anfang 1980, der als größter Deutscher des zwanzigsten Jahrhunderts die Kehre vom atheistischen Kommunisten zum kraftvoll wirkenden Christen vorgelebt hat, war mein jetzt 69jähriges Leben geprägt von dem, was meine Frau “Jesusfimmel” nennt. Heuer im Februar erreichte mich Post aus dem Heimatstadtteil des Fußballkaisers Beckenbauer, wo auch meine Frau wohnt, mit dem “Sender” Robert Seewann, des Inhalts einer pazifistischen Rundschau und der Frage, ob ich der Katze die Schelle umhängen könnte. Anfangs fühlte ich mich geschmeichelt, so wichtig sein zu dürfen, inzwischen melde ich Fehlanzeige. Ich stütze mich dabei auf die amerikanisch-indische interkulturelle Sterbebettstudie von Osis und Haraldsson, 1977 in Amerika erschienen unter dem Titel “At the hour of death”, auf deutsch im Hermann Bauer Verlag namens “Der Tod- ein neuer Anfang”. Dies hat nur dann Sinn, wenn des größten deutschen Mystikers Meister Eckart “Seelenfünklein” über die evolutionäre Ausstattung des Menschengehirns hinaus uns mit dem Sein Gottes schon hienieden verbindet. Meister Eckart (1360-1438) wurde bezeichnenderweise erst posthum von Papst Johannes XXII. für häretisch erklärt, darum hört man in Kirchenkreisen nichts von ihm. Die Gehirnforscher sind darum auch in der Regel Monisten. Nur John C. Eccles, der Partner von Karl Popper, macht in dem Gemeinschaftswerk “Das Ich und sein Gehirn” (“The Self and its Brain”) eine dualistische Ausnahme. Besonders die Protestanten mit ihrer Ganztodlehre bis zur Auferstehung fürs Jüngste Gericht leisten dem Monismus Vorschub. Wer letzteres wegläßt ist dann getaufter Atheist wie meine früh an Leukämie gestorbene Cousine Dorty. Das Buch von Karlis Osis und Erlendur Haraldsson beruht auf den Beobachtungen von über tausend Ärzten und Krankenschwestern. Deshalb nehme ich mit meinem Jesusfimmel den Kriegstod meines Vaters nicht ernst. Er verlor das Leben in einem gerechten Krieg auf der falschen Seite, nichts weiter. Allerdings habe ich 64 Jahre gebraucht, um das zu begreifen.