Thema: Urknallweihnachten

Sonntag, 18.12.2005. Nur Gottes Wort kann aus dem absoluten Nichts, das ohne alle Potentialität ist, ins Sein rufen. Beim relativen Nichts mit seiner enormen Potentialität genügt der Zufall, der eine Notwendigkeit begründet. Deshalb muß der Urknall transzendenzunmittelbar gesetzt sein, während die kosmologische und die biologische Evolution durchaus ohne Spuren des ursprünglichen und lenkenden Schaffens Gottes auskommen können ohne sein Sein in Frage zu stellen. In der Musik wird aber die Begabtheit der Schöpfung Mensch besonders deutlich und zeigt, daß jeder einzelne von uns wie der Urknall eine Singularität sein muß. So weit gestern der Nachhall nach Textschluß. - Heute kommt die Quaternio der Adventssonntage zum Abschluß. Wenn man die ersten drei der Trinität zuordnet, dann ist der vierte Advent der Tag der Schöpfung Mensch, des Einzelnen vor dem dreieinigen Gott, sehnsüchtig auf die Ankunft des Herrn wartend. Es ist kein Warten auf Godot oder nur auf das Gedenken des Nullpunkts der weltweiten Zeitrechnung, es ist das Warten auf das Fest der Menschwerdung Gottes zwischen Krippe und Kreuz mit der Konsequenz des eschatologischen Faktors Gnade, der Erlösung der Schöpfung Mensch von den Folgen der lapsarischen conditio humana. Die Natur, das eifersüchtige Geschwister aus Gottes Hand, ist ruchlos und versucht, das, was am Menschen Übernatur ist nämlich das Selbst, in ihre Sphäre herunterzuziehen, so daß er glauben muß, er sei ein absurdes Produkt der Evolution.- Dem wirkt nun Weihnachten entgegen, ob man es weiß oder nicht. Deshalb ist die Geburt Jesu die Mitte der Geschichte seit dem Urknall vor dreizehn Milliarden Jahren, denn sie kündet von der anfanglosen Präexistenz und ewigen Postexistenz der Transzendenz als des Hauptwohnsitzes des dreieinigen Gottes, der durch sein Wort die Immanenz ins Sein gerufen hat, die wir betriebs- blind für das Einzige, zumindest für das Eigentliche halten. Der Nobelpreisatheis- mus findet bis drei Minuten vor dem Urknall nur Zufall und Notwendigkeit am Werk und schließt daraus, daß aller Schöpfungsglaube rückständig und Gott ein menschliches Konstrukt ist. - Daß der Zufall nur aus dem relativen Nichts ins Sein rufen kann, während es für die Urzeugung der Gesamtimmanenz aus dem absoluten Nichts Gottes Wort braucht, bleibt dabei unberücksichtigt. Da aber Gott auch vor dem Urknall und nach dem Big Crunch in fünfzig Milliarden Jahren wohnen muß, ist die Transzendenz denknotwendig, die durch die denknotwendig transzendenzunmittelbare Setzung der Einzigartigkeit des menschlichen Selbst angezeigt wird, deren evolutionäre Genese überastronomisch unwahrscheinlich ist. Diesen kentaurischen Anteil Übernatur neidet uns das eifersüchtige Geschwister aus Gottes Hand, die ruchlose Natur, und will uns weismachen, wir seien bloß absurde Produkte der Evolution. - Die Mitgeschöpfe kann man ruhig Produkte der Evolution nennen, aber a b s u r d wäre nur der Mensch, weil er von Gut und Böse weiß. Konrad Lorenz plädierte dafür, diesen Unterschied aus ethologischen Gründen einzuebnen und sprach vom "sogenannten Bösen" und von der "Verhausschweinung des Menschen", der diese Einebnung nicht mitmacht. So sind nicht wenige Leuchten der Wissenschaft seinsstrukturelle Irrlichter die das Klima des Zeitgeistes bis zum nächsten Paradigmenwechsel prägen, auch wenn man sie nicht gelesen hat. Wegen unserer Tierahnen haben wir wohl auch ein Gutteil Bewußtsein aus Materie, aber darüberhinaus eben den kentaurischen Anteil Geist- selbst aus Übernatur, der die tierische Psyche in uns zur lebendigen Seele macht. Wenn man sich nun fragt, was Weihnachten mit dem Urknall zu tun hat, so landet man beim eschatologischen Faktor Gnade des zwischen Krippe und Kreuz menschgewordenen Gottes in Verbindung mit der Unsterblichkeit der Seele und ihrer Destination Transzendenz. Kein Grund für Xmas also, Nobelpreisträger sind auch nur Menschen. Fröhliche Urknallweihnachten !